Dichter Nebel über dem Dartmoor, eine einsame Insel vor der Küste Devons, ein verlassenes Herrenhaus in Cornwall oder eine nächtliche Straße in London: England bietet beinahe die perfekte Kulisse für einen spannenden Kriminalroman.
Dabei ist der englische Krimi viel abwechslungsreicher, als es das vertraute Bild vom Mord im idyllischen Dorf vermuten lässt. In dieser Auswahl findest du deshalb ganz unterschiedliche Formen des Kriminalromans: Sherlock-Holmes-Klassiker, britische Polizeikrimis, forensische Thriller, verschlossene Dorfgemeinschaften und moderne Psychothriller.
Nach dem Tod von Sir Charles Baskerville scheint ein alter Familienfluch wieder lebendig geworden zu sein. Seit Generationen soll ein riesiger, unheimlicher Hund die männlichen Mitglieder der Familie verfolgen.
Der neue Erbe Sir Henry Baskerville reist trotz aller Warnungen auf den Familiensitz im Dartmoor. Sherlock Holmes wird gebeten, ihn zu schützen und die rätselhaften Umstände des Todesfalls aufzuklären. Während Holmes zunächst in London bleibt, begleitet Dr. Watson den jungen Erben in die einsame Moorlandschaft.
Dort begegnet Watson verschlossenen Nachbarn, einem entflohenen Sträfling und Menschen, die offenbar nicht alles erzählen, was sie wissen. Nebel, Moore, nächtliche Geräusche und das abgelegene Baskerville Hall verleihen dem Roman eine beinahe unheimliche Atmosphäre.
Arthur Conan Doyle verbindet hier einen klassischen Kriminalfall mit Elementen des Schauerromans. „Der Hund der Baskervilles“ gehört zu den bekanntesten Sherlock-Holmes-Geschichten.
Mary Morstan bittet Sherlock Holmes um Hilfe. Ihr Vater verschwand Jahre zuvor kurz nach seiner Rückkehr aus Indien. Seit einiger Zeit erhält sie außerdem regelmäßig eine wertvolle Perle von einem unbekannten Absender.
Nun wurde Mary zu einem geheimnisvollen Treffen eingeladen. Holmes und Dr. Watson begleiten sie und stoßen auf eine Geschichte über einen indischen Schatz, ein gebrochenes Versprechen und mehrere Menschen, die Anspruch auf das Vermögen erheben.
Die Ermittlungen führen durch das viktorianische London und schließlich auf die Themse. Neben dem Kriminalfall spielt auch Dr. Watsons wachsende Zuneigung zu Mary Morstan eine wichtige Rolle.
„Das Zeichen der Vier“ ist der zweite Sherlock-Holmes-Roman. Das Buch zeigt Holmes als brillanten Beobachter, aber auch als schwierigen Menschen, der ohne einen anspruchsvollen Fall schnell in eine innere Leere gerät.
Zehn Menschen erhalten eine Einladung auf eine abgelegene Insel vor der Küste Devons. Der Gastgeber ist bei ihrer Ankunft jedoch nicht anwesend. Stattdessen werden die Gäste mit Vorwürfen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Kurz darauf stirbt der erste von ihnen. Dann folgt ein weiterer Todesfall. Die Verbindung zum Festland ist unterbrochen, Hilfe kann die Insel nicht erreichen – und allen Anwesenden wird langsam klar, dass der Täter nur einer von ihnen sein kann.
Agatha Christie entwickelt aus dieser Ausgangslage ein präzise konstruiertes Kammerspiel über Schuld, Misstrauen und Angst. Mit jedem Todesfall verändert sich das Verhältnis zwischen den verbliebenen Gästen. Niemand weiß mehr, wem er noch vertrauen kann.
Hercule Poirot verbringt seinen Urlaub in einem exklusiven Hotel auf einer kleinen Ferieninsel vor der Küste Devons. Unter den Gästen befindet sich die bekannte Schauspielerin Arlena Marshall, die mit ihrer selbstbewussten Art schnell für Spannungen sorgt.
Als Arlena erwürgt in einer abgelegenen Bucht gefunden wird, scheint fast jeder Hotelgast ein Motiv zu besitzen. Allerdings verfügen die Verdächtigen über scheinbar überzeugende Alibis.
Poirot beobachtet die Beziehungen zwischen den Gästen und prüft, welche Aussagen tatsächlich miteinander vereinbar sind. Sonnenschein, Strand und Ferienatmosphäre stehen dabei in deutlichem Gegensatz zum Verbrechen.
Die Insel und das Hotel wurden von Burgh Island und seinem berühmten Art-déco-Hotel vor der Küste Devons inspiriert.
Lord Peter Wimsey hat in der Silvesternacht eine Autopanne und strandet in einem Dorf in den Lincolnshire Fens. Da einer der Glöckner erkrankt ist, hilft er beim stundenlangen Läuten der Kirchenglocken.
Monate später wird auf dem Friedhof des Dorfes eine unbekannte Leiche entdeckt. Der Tote wurde offenbar in einem bereits belegten Grab verborgen. Seine Identität und die Todesursache geben zahlreiche Rätsel auf. Wimsey kehrt in das Dorf zurück und stößt auf einen lange zurückliegenden Diebstahl, alte Schuld und Geheimnisse, die eng mit der Kirche und ihren Glocken verbunden sind.
Dorothy L. Sayers beschreibt die flache Landschaft der Fens, die Gefahr durch Hochwasser und das Leben einer kleinen Kirchengemeinde besonders eindringlich.
Zwei junge Frauen warten in Oxford auf den letzten Bus nach Woodstock. Da der Bus nicht kommt, beschließen sie, per Anhalter weiterzufahren. Später wird eine von ihnen tot auf dem Parkplatz eines Pubs gefunden.
Inspector Morse und Sergeant Lewis übernehmen den Fall. Morse ist gebildet, eigenwillig und überzeugt davon, dass menschliche Aussagen häufig mehr verbergen als offenbaren. Allerdings führen ihn seine Intuitionen nicht immer sofort in die richtige Richtung.
Die Ermittlungen bewegen sich zwischen Oxford, Woodstock, Büros, Pubs und privaten Wohnungen. Hinter dem scheinbar überschaubaren Fall treten Beziehungen, Eifersucht und sorgfältig gehütete Geheimnisse hervor.
„Der letzte Bus nach Woodstock“ ist der erste Roman mit Inspector Morse.
In einem abgelegenen Dorf in Yorkshire wird ein einflussreicher Mann ermordet aufgefunden. Kurz darauf gesteht seine Tochter die Tat. Doch Inspector Thomas Lynley von Scotland Yard zweifelt daran, dass der Fall so eindeutig ist.
Gemeinsam mit Sergeant Barbara Havers reist er nach Yorkshire. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein: Lynley stammt aus dem Adel, während Havers aus einfachen Verhältnissen kommt und gegenüber privilegierten Menschen großes Misstrauen hegt.
Die Ermittlungen führen tief in die Geschichte einer Familie und einer verschlossenen Dorfgemeinschaft. Nach und nach wird deutlich, dass hinter der Tat schwere Verletzungen und lange verdrängte Geheimnisse stehen.
„Gott schütze dieses Haus“ ist der erste veröffentlichte Roman der Lynley-und-Havers-Reihe.
Bei seinem Junggesellenabschied wird Michael Harrison von seinen Freunden in einen Sarg gelegt und auf einem abgelegenen Feld begraben. Er erhält ein Luftrohr, eine Flasche Whisky und ein Mobiltelefon. Nach einigen Stunden wollen die Freunde ihn wieder ausgraben. Doch auf dem Rückweg verunglücken sie tödlich. Plötzlich weiß niemand mehr, wo Michael liegt.
Detective Superintendent Roy Grace von der Polizei in Brighton übernimmt den Vermisstenfall. Während Michaels Luftvorrat knapper wird, entdeckt Grace Hinweise darauf, dass hinter dem vermeintlichen Scherz mehr stecken könnte.
Peter James verbindet einen ungewöhnlichen Ausgangspunkt mit großem Zeitdruck und mehreren Geheimnissen. „Stirb ewig“ ist der erste Band der umfangreichen Roy-Grace-Reihe.
Das Model Lula Landry stürzt vom Balkon ihrer Londoner Wohnung. Die Polizei geht von einem Suizid aus. Ihr Bruder glaubt jedoch nicht an diese Erklärung und beauftragt den Privatdetektiv Cormoran Strike.
Strike ist finanziell am Ende und lebt zeitweise in seinem Büro. Unterstützung erhält er von Robin Ellacott, die eigentlich nur vorübergehend als Sekretärin für ihn arbeiten soll, sich aber schnell als talentierte Ermittlerin erweist.
Die Nachforschungen führen durch sehr unterschiedliche Bereiche Londons: in die Welt der Mode, zu wohlhabenden Familien, in Nachtclubs und zu Menschen, die von Lulas Berühmtheit profitierten.
Der Roman ist der erste Band der Cormoran-Strike-Reihe, die J. K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht.
Mehrere Frauen werden Opfer eines Täters, der sie durch gezielten Druck auf die Halsschlagader töten möchte. Eine Frau überlebt – bleibt jedoch bei vollem Bewusstsein in ihrem gelähmten Körper gefangen.
Detective Inspector Tom Thorne erkennt, dass die Überlebende möglicherweise nicht das gescheiterte Opfer des Täters ist. Vielleicht hat der Mann genau diesen Zustand beabsichtigt.
Die Ermittler müssen herausfinden, wie die Frauen ausgewählt wurden und ob sich der Täter in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld bewegt. Gleichzeitig läuft ihnen die Zeit davon.
„Der Kuss des Sandmanns“ ist der erste Roman der Londoner Tom-Thorne-Reihe.
Auf einem Gelände in der Nähe der Themse werden die Leichen mehrerer Frauen entdeckt. Detective Inspector Jack Caffery erkennt, dass die Opfer einem Serienmörder zum Opfer gefallen sind.
Die Ermittlungen führen nach Greenwich und in Bereiche Londons, die viele Menschen kaum wahrnehmen. Caffery ist zugleich mit einem persönlichen Trauma beschäftigt: Seit Jahren glaubt er, dass sein Nachbar etwas mit dem Verschwinden seines Bruders zu tun haben könnte.
Mo Hayder schildert die Verbrechen sehr direkt und teilweise drastisch. Der Roman ist nichts für empfindliche Leser, besitzt aber eine hohe Spannung und eine komplexe Hauptfigur.
„Der Vogelmann“ ist der erste Band der Jack-Caffery-Reihe.
David Hunter war früher ein angesehener forensischer Anthropologe. Nach einem schweren persönlichen Verlust hat er London verlassen und arbeitet als Landarzt im fiktiven Dorf Manham in Norfolk.
Als zwei Jungen im Wald eine stark verweste Frauenleiche finden, bittet die Polizei Hunter um Unterstützung. Er möchte eigentlich nicht zu seinem früheren Beruf zurückkehren, erkennt jedoch, dass sein Wissen für die Ermittlungen unverzichtbar ist. Die Dorfgemeinschaft reagiert mit Angst und Misstrauen. Als eine weitere Frau verschwindet, geraten immer mehr Einwohner unter Verdacht.
„Die Chemie des Todes“ verbindet forensische Details mit der Enge einer kleinen Gemeinde. Der Roman bildet den Auftakt der erfolgreichen David-Hunter-Reihe.
In Cumbria werden Männer an uralten Steinkreisen gefoltert und verbrannt. Die Polizei findet kaum verwertbare Spuren. Als auf einem der Opfer der Name des suspendierten Ermittlers Washington Poe entdeckt wird, wird er in den Dienst zurückgeholt.
Gemeinsam mit der hochbegabten, aber sozial unerfahrenen Analystin Tilly Bradshaw soll er herausfinden, weshalb der Täter ihn offenbar persönlich anspricht. Poe kennt Cumbria und seine abgelegenen Landschaften genau. Tilly kann dagegen große Datenmengen auf ungewöhnliche Weise analysieren. Aus beiden entwickelt sich ein gegensätzliches, überraschend unterhaltsames Ermittlerteam.
„Der Zögling“ ist der erste Band der Poe-und-Bradshaw-Reihe.
In einem kriminaltechnischen Institut in den Fenlands wird ein leitender Sachverständiger tot in seinem Labor gefunden. Der Mann war fachlich angesehen, unter seinen Kollegen jedoch wenig beliebt.
Commander Adam Dalgliesh übernimmt die Ermittlungen. Nahezu jeder Mitarbeiter des Instituts besitzt ein mögliches Motiv oder hat etwas zu verbergen. P. D. James interessiert sich nicht nur für die kriminalistische Lösung, sondern auch für die Machtverhältnisse und persönlichen Verletzungen innerhalb eines abgeschlossenen Arbeitsplatzes. Die abgelegene Moorlandschaft Ostenglands verstärkt das Gefühl der Isolation.
Im sommerlichen Peak District verschwindet die fünfzehnjährige Laura Vernon. Nach einer Suchaktion wird ihre Leiche in einem Waldstück gefunden. Detective Ben Cooper stammt selbst aus der Region und kennt viele Bewohner seit seiner Kindheit. Seine neue Kollegin Diane Fry kommt von außerhalb und betrachtet die Gemeinschaft mit größerem Misstrauen.
Beide verfolgen unterschiedliche Ermittlungsansätze. Cooper vertraut seinem Wissen über Menschen und Landschaft, während Fry sich stärker an Fakten hält und nichts von dörflicher Loyalität wissen möchte.
„Kühler Grund“ ist der erste Band der Cooper-und-Fry-Reihe.
Im Winter 1963 verschwindet die dreizehnjährige Alison Carter aus dem abgeschiedenen Dorf Scardale in Derbyshire. Das Dorf besteht nur aus wenigen Häusern, und fast alle Bewohner sind miteinander verwandt.
Inspector George Bennett übernimmt den Fall. Er muss nicht nur gegen die winterlichen Bedingungen, sondern auch gegen das Misstrauen und Schweigen der Dorfbewohner ankämpfen.
Jahrzehnte später beschäftigt sich eine Journalistin erneut mit dem Fall. Sie möchte ein Buch über die Ermittlungen und ihre Auswirkungen schreiben. Dabei stößt sie auf Fragen, die bislang niemand gestellt hat.
Val McDermid verbindet zwei Zeitebenen mit einem eindrucksvollen Porträt einer abgeschlossenen Gemeinschaft.
Olive Martin sitzt wegen des Mordes an ihrer Mutter und ihrer Schwester im Gefängnis. Sie hat die Tat gestanden und wurde von der Presse wegen ihrer auffälligen Erscheinung und ihrer selbst geformten Figuren als „die Bildhauerin“ bezeichnet.
Die Journalistin Rosalind Leigh erhält den Auftrag, ein Buch über Olive zu schreiben. Zunächst möchte sie den Fall lediglich abschließen und ihre eigenen beruflichen Probleme überwinden. Doch bei den Gesprächen entstehen Zweifel. Olives Geständnis, die Beweise und die Erinnerungen der beteiligten Menschen passen nicht vollständig zusammen.
Minette Walters verzichtet auf einen festen Serienermittler und konzentriert sich auf Manipulation, Vorurteile und die Frage, wie öffentliche Bilder entstehen.
Auf dem Gelände eines englischen Landhauses wird im alten Eishaus eine stark verweste Leiche entdeckt. Der Fund lenkt den Verdacht sofort auf die drei Frauen, die gemeinsam auf dem Anwesen leben.
Eine der Bewohnerinnen war mit einem Mann verheiratet, der Jahre zuvor spurlos verschwand. Im Dorf hält sich seitdem hartnäckig das Gerücht, sie habe ihn ermordet.
Die Polizei versucht, die Identität des Toten festzustellen. Gleichzeitig werden alte Vorurteile, persönliche Feindschaften und die Verhältnisse innerhalb des Hauses sichtbar.
„Im Eishaus“ war Minette Walters’ erster Kriminalroman.
Die junge Liza lebt mit ihrer Mutter Eve auf einem abgeschiedenen englischen Anwesen. Sie kennt die Welt außerhalb des Grundstücks kaum und hat gelernt, dass ihre Mutter für jede Entscheidung einen Grund besitzt.
Als Eve eines Tages von einem Verbrechen erzählt, gerät Lizas bisherige Vorstellung von ihrer Kindheit ins Wanken. Sie muss sich fragen, welche Teile der gemeinsamen Geschichte wahr sind.
Der Roman entfaltet sich in Gesprächen und Erinnerungen. Das eigentliche Rätsel liegt weniger in einer klassischen Polizeiermittlung als in der Beziehung zwischen Mutter und Tochter.
Ruth Rendell untersucht Isolation, Abhängigkeit und die Macht, die ein Mensch über die Wahrnehmung eines anderen gewinnen kann.
Die junge Harriet Westaway lebt in Brighton und verdient ihr Geld mit Tarotkarten. Sie ist hoch verschuldet und weiß nicht, wie sie ihre finanziellen Probleme lösen soll. Dann erhält sie einen Brief von einem Anwalt aus Cornwall. Angeblich hat ihre Großmutter ihr einen Anteil an einem großen Anwesen hinterlassen. Hal weiß sofort, dass eine Verwechslung vorliegen muss – ihre eigenen Großeltern sind längst tot.
Trotzdem reist sie nach Cornwall und gibt sich als die gesuchte Erbin aus. In dem alten Herrenhaus trifft sie auf eine Familie, die ihr mit Misstrauen begegnet. Bald erkennt Hal, dass hinter dem Testament ein gefährliches Geheimnis steckt.
Die Schriftstellerin Nora erhält überraschend eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer früheren besten Freundin Clare. Seit zehn Jahren hatten die beiden keinen Kontakt.
Das Wochenende soll in einem abgelegenen, modernen Haus in den Wäldern Northumberlands stattfinden. Das Gebäude besitzt große Glasflächen, ist aber kilometerweit von anderen Häusern entfernt.
Die Spannungen zwischen den Gästen wachsen. Alte Beziehungen und längst verdrängte Ereignisse werden wieder wichtig. Später erwacht Nora verletzt in einem Krankenhaus und kann sich nicht vollständig erinnern, was geschehen ist.
Rachel fährt jeden Morgen mit dem Zug nach London. Auf der Strecke passiert sie eine Reihe von Häusern und beobachtet regelmäßig ein Paar, dessen scheinbar perfektes Leben sie sich in ihrer Fantasie ausmalt.
Eines Tages sieht Rachel etwas, das nicht in dieses Bild passt. Kurz darauf verschwindet die Frau aus dem Haus. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei. Doch ihre Erinnerungen sind lückenhaft, und aufgrund ihrer persönlichen Probleme gilt sie nicht als besonders glaubwürdige Zeugin.
Paula Hawkins erzählt die Geschichte aus mehreren weiblichen Perspektiven. Die Zugstrecke, Londoner Vororte und Häuser, deren Bewohner einander beobachten, ohne sich wirklich zu kennen, bilden den passenden Rahmen für einen Roman über Wahrnehmung und Täuschung.
Die Malerin Alicia Berenson wird neben der Leiche ihres Mannes gefunden. Er wurde mehrfach erschossen. Alicia überlebt, spricht seit dieser Nacht jedoch kein einziges Wort mehr.
Sie wird in einer psychiatrischen Klinik in London untergebracht. Der Psychotherapeut Theo Faber ist von ihrem Fall besessen und setzt alles daran, Alicia zum Sprechen zu bringen.
Während Theo ihre Beziehungen und ihre Vergangenheit untersucht, verschwimmen die Grenzen zwischen professionellem Interesse und persönlicher Fixierung.
Der Roman konzentriert sich stark auf Psychologie, Erinnerung und die Geschichten, die Menschen über sich selbst erzählen.
Jean Taylor führte nach außen ein unauffälliges Leben mit ihrem Ehemann Glen. Dann wurde Glen beschuldigt, mit dem Verschwinden eines kleinen Mädchens in Verbindung zu stehen.
Die Medien belagerten das Haus, während Jean an der Seite ihres Mannes blieb. Nach Glens Tod möchte eine Journalistin endlich erfahren, was seine Witwe tatsächlich weiß.
Der Roman wechselt zwischen Jean, einer Journalistin, einem Polizisten und weiteren Beteiligten. Dadurch entsteht nach und nach ein Bild davon, wie Ermittlungen, Presse und öffentliche Vorverurteilung ineinandergreifen.
Fiona Barton arbeitete selbst viele Jahre als Journalistin.
James Whitehouse ist ein erfolgreicher britischer Parlamentspolitiker, mit dem Premierminister befreundet und mit Sophie verheiratet. Dann gesteht er eine Affäre mit einer Mitarbeiterin. Kurz darauf beschuldigt die Frau ihn der Vergewaltigung. Der Fall landet vor Gericht. Sophie möchte ihrem Mann glauben, während die Staatsanwältin Kate überzeugt ist, dass James zur Verantwortung gezogen werden muss.
Die Geschichte führt vom Londoner Politikbetrieb zurück in die Studienzeit der Beteiligten in Oxford. Dabei geht es nicht nur um die strafrechtliche Frage, sondern auch um Privilegien, Loyalität und Macht.
Der fünfjährige Matthew verschwindet in London. Sein Bild erscheint in Zeitungen und Nachrichtensendungen. Die Psychotherapeutin Frieda Klein ist erschrocken, denn einer ihrer Patienten hat ihr kurz zuvor einen Jungen beschrieben, der Matthew auffallend ähnlich sieht. Der Mann leidet darunter, dass er kein eigenes Kind hat, und erzählt in der Therapie von einem immer konkreter werdenden Wunschsohn.
Frieda wendet sich an die Polizei und wird gegen ihren Willen in die Ermittlungen hineingezogen. Gemeinsam mit Inspector Karlsson stößt sie auf Parallelen zu einem lange zurückliegenden Vermisstenfall.
Friedas nächtliche Spaziergänge durch London und ihre genaue Beobachtung menschlichen Verhaltens prägen den Roman.
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