DAS KÖNIGSHAUS HANNOVER UND DER BRITISCHE THRON

Inhalte von Powr.io werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell und Marketing), um den Cookie-Richtlinien von Powr.io zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Powr.io-Datenschutzerklärung.

Die Welfen auf dem Thron in England? Ja richtig, genauso ist es gewesen! Wie kam es dazu, dass Deutsche das englische Zepter führten? Lass uns einen genauen Blick auf die Geschichte des Königshauses Hannover auf dem britischen Thron werfen: von Georg I. bis Wilhelm IV.

Das Königshaus Hannover und der britische Thron. Die Geschichte.

Um die Frage zu beantworten, wie die Welfen auf den englischen Thron kamen, geht es zunächst erst einmal um die Heiratspolitik der europäischen Königshäuser, die in früheren Jahrhunderten alle auf irgendeine Weise miteinander verbunden waren. Durch ihre Ehe mit dem böhmischen Winterkönig Friedrich hatte es nämlich Elisabeth Stuart, die Mutter von Kurfürstin Sophie von Hannover auf den Kontinent, wie man so schön sagt, verschlagen.  Damit fand sich also eine englische Prinzessin in Hannover wieder, die dem Hause Stuart entstammte und die darüber hinaus Protestantin war. Denn das war der wichtigste Punkt, auf den wir aber gleich noch zu sprechen kommen werden. Jedenfalls war die Tochter der beiden Sophie von der Pfalz, die spätere Kurfürstin Sophie von Hannover. Sie war also eine direkte Nachfahrin aus dem Hause Stuart und auch sie und ihre Kinder waren Protestanten. Ihr Mann war Ernst-August, der im Jahr 1692 vom damaligen Kaiser Leopold I. in den Stand des Kurfürsten von Hannover erhoben wurde.

 

In England war inzwischen Königin Anne im Jahr 1702 ihrer Schwester Maria II. und deren Ehemann König Wilhelm III., die kinderlos verstorben waren, auf den englischen Thron gefolgt. Königin Anne hatte jedoch über viele Jahre tragischer weise alle ihre 17 Kinder früh verloren. Im August 1714 verstarb sie nun selbst kinderlos und hinterließ damit ebenfalls keinen Thronfolger. Damit war sie die letzte Königin aus dem Königshaus Stuart.

 

Bekanntermaßen hatte sich die englische Krone unter Heinrich VIII. von der katholischen Kirche losgesagt. Der Zwist zwischen Protestanten und Katholiken hatte auf den Britischen Inseln bereits während der Herrschaftszeit der Tudors für viel Blutvergießen gesorgt. Während der Glorreichen Revolution war der katholisch-gläubige König Jakob II. aus dem Hause Stuart, der Vater der protestantischen Schwestern Maria II. und Anne, vom Thron gestoßen worden.

 

In Anbetracht der ungewissen Thronfolge unter Wilhelm III. hatte das britische Parlament deshalb bereits 1701 den sogenannten „Act of Settlement“ verabschiedet, wonach künftig nur Protestanten  den englischen Thron würden besteigen dürfen. Das war der wichtigste Punkt dieses Gesetzes, denn es sollten eben nie wieder Katholiken auf dem britischen Thron sitzen. Eine Tradition, die sich übrigens bis heute fortgesetzt hat, denn alle Thronanwärter, die eine Ehe mit einem Partner bzw. einer Partnerin katholischen Glaubens eingehen, verlieren damit den Anspruch auf den britischen Thron.

 

Doch zurück ins Jahr 1714. Obwohl es damals nämlich noch zahlreiche andere, eben katholische Anwärter auf den britischen Thron gegeben hätte, führte der Passus, dass nur ein Protestant den englischen Thron würde erklimmen können dazu, dass das Augenmerk aus England hinüber auf das kleine Kurfürstentum Hannover fiel. Der Act of Settlement legte nämlich durch seine Bestimmungen niemand anderen als Kurfürstin Sophie von Hannover und ihre Nachkommen als britische Thronfolger fest. Denn Sophie war die nächste noch lebende protestantische Nachfahrin des Hauses Stuart. Das bedeutete also, dass im Falle ihres Ablebens dann ihre Kinder Nachfolger des englischen Throns sein würden.

 

Und genau dazu kam es schließlich, denn im Juni 1714, zwei Monate vor dem Dahinscheiden von Königin Anne, verstarb auch Kurfürstin Sophie von Hannover. Dadurch bestieg schließlich ihr Sohn Georg Ludwig, der seit 1698 das Kurfürstentum Hannover regierte, im September 1714 als König Georg I. den britischen Thron. Damit regierte er plötzlich, neben dem Kurfürstentum Hannover, mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland ein Kolonialreich, das bereits damals schon weite Teile der Erde umspannte, auch wenn es erst unter Königin Victoria seine maximale Ausdehnung erreichen sollte. 

Das Königshaus Hannover und der britische Thron. Die Geschichte. Georg I.

DAS KÖNIGSHAUS HANNOVER UND DER BRITISCHE THRON: GEORG I.

Georg I. wurde also 1714 in der Westminster Abbey feierlich zum König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland gekrönt. Doch schon die Herrschaftszeit des ersten Königs aus dem Hause Hannover gestaltete sich schwierig, was vermutlich nicht anders zu erwarten war, denn schließlich war er den Briten bis dahin relativ fremd gewesen. Und so sprach Georg I. zwar zahlreiche Fremdsprachen, des Englischen jedoch wurde er zeitlebens nie wirklich mächtig und tauschte sich deshalb mit seinen Beratern in England auf Latein aus. In London lebte er im St. James’s Palace, damals der Königspalast. Er brachte einen großen Teil seines Hofstaats aus seinen hannoverschen Stammlanden mit nach England, die sich in der Gegend um den Königspalast niederließen, sodass Georg I. praktisch wie in einer Enklave lebte. Auch sorgte für Unmut, dass er quasi mit seinen beiden Mätressen zusammenlebte, die er ebenfalls aus seiner Heimat mitgebracht hatte. Die Ehe von Georg I. war nämlich nur von kurzer Dauer gewesen und seine Frau Sophie Dorothea von Celle wurde einfach vom Hof nach Ahlden verbannt.

 

Doch zurück zur Zeit Georgs I. als britischem Monarchen. Seine Herrschaftszeit als König Großbritanniens wird, unabhängig davon ob er nun beliebt war oder nicht, trotz alledem als erfolgreich bezeichnet. Er und sein Sohn Georg II. waren nämlich vor allem damit beschäftigt, ihre Position als König im Land zu festigen, was ihnen auch gelang, sodass dann mit Machtantritt Georg III. sich dieser gefestigt auf die Rolle der Monarchie konzentrieren konnte.

 

Seit der Glorreichen Revolution hatte sich die politische Welt Englands jedoch grundlegend geändert. Seitdem lag ein Großteil der Macht beim Parlament und die Rolle der Krone war durch das Parlament sehr eingeengt. Es war das sogenannte System der „parlamentarischen Monarchie“.  Der schon erwähnte vom Parlament verabschiedete „Act of Settlement“ hatte die Rechte des Monarchen dann noch einmal eingeschränkt. Und so  führte auch mit Machtantritt Georgs I. die Geschäfte im Land eigentlich nicht so sehr der König selbst, als das Parlament und an dessen Spitze Robert Walpole, der tatsächlich die Fäden in der Hand hielt und damals einer der mächtigsten Männer des Landes war.  Er war der erste Premierminister und 1730 wurde dieser Titel dann sogar ganz offiziell festgelegt.

Walpole steuerte das Land auch außenpolitisch in den Auseinandersetzungen mit seinen europäischen Nachbarn, allen voran Frankreich, den Niederlanden und den Habsburgern.

 

Innenpolitisch hatte Georg I. schon ein Jahr nach seiner Thronbesteigung mit den Jakobiten zu kämpfen. Das war eine Bewegung aus Schottland, die den katholischen Halbbruder der verstorbenen Königin Anne als den rechtmäßigen Thronfolger ansahen und ihn auf den britischen Thron zu bringen gedachten. Der erste Versuch schlug fehl und die Jakobiten verloren mehrere Schlachten gegen die Engländer unter Georg I., sodass der Aufstand schließlich niedergeschlagen wurde. James Francis Edward Stuart, der bis heute von den Engländern gern „The Old Pretender“ genannt wird, startete 1719 einen weiteren Versuch und holte sich dazu sogar Unterstützung aus dem katholischen Spanien. Aber auch dieser Aufstand schlug fehl.

 

Und ein weiteres Ereignis prägte die Jahre unter Georg I.: Mit der sogenannten Südseeblase wurden nämlich zum ersten Mal die dramatischen Folgen von Spekulationen an der noch jungen Londoner Börse deutlich. Viele Menschen verloren damals ihr Vermögen und so stürzte das Land 1720 gar in eine Wirtschaftskrise.

Das Königshaus Hannover und der britische Thron. Die Geschichte. Georg II.

DAS KÖNIGSHAUS HANNOVER UND DER BRITISCHE THRON: GEORG II.

Als zweiter König aus dem Haus Hannover erklomm der Sohn von Georg I. den britischen Thron und das war Georg II., der von 1727 bis 1760 das englische Zepter schwang. Auch er hing noch sehr an seiner alten Heimat dem Kurfürstentum Hannover und besuchte es während seiner Zeit als britischer König ganze zwölf Mal.

 

Georg II. hatte zeitlebens kein gutes Verhältnis zu seinem Vater, das durch die schon erwähnte Scheidung der Eltern belastet war. Er selbst hatte 1705 Caroline von Ansbach geheiratet. Schon während der Herrschaftszeit seines Vaters, als er selbst noch den Titel „Prince of Wales“ trug, hatte er die Opposition der Regierungspartei um sich versammelt. Als er später selbst König geworden war, bestimmte jedoch auch weiterhin Robert Walpole und später dann William Pitt der Ältere als Premierminister die Politik im Land.

 

Auch Georg II. musste, wie schon sein Vater, mit der Bewegung der Jakobiten kämpfen, die nicht locker ließen. 1745 kam es nämlich zu einem weiteren Aufstand, der diesmal von Frankreich unterstützt wurde. Bei dem Aufstand versuchte der Sohn von James Francis Edward Stuart, Charles Edward Stuart, die Macht an sich zu reißen. Er ist bis heute bekannt als „Bonnie Prince Charlie“. Der Versuch schlug fehl und er musste nach Frankreich fliehen. Die Jakobitenbewegung war damit endgültig vernichtet.

 

Ab 1740 kam es zum österreichischen Erbfolgekrieg, in den auch England so wie alle anderen europäischen Großmächte, einbezogen wurde. In die Erinnerung eingebrannt hat sich in Bezug auf Georg II., dass er der letzte britische Monarch war, der wirklich auch auf dem Schlachtfeld dabei war. Denn Georg II. führte die englische Armee in diesem Krieg vor allem in der Schlacht bei Dettingen 1743 gegen die Franzosen, die er in dieser Schlacht besiegte.

 

Der Siebenjährige Krieg, der 1756 ausbrach, brachte weitere Konflikte. Georg II. verbündete sich mit Preußen, während Russland, Österreich und Schweden ihnen gegenüberstanden. Der Krieg wurde jedoch nicht nur in Europa geführt, sondern weitete sich auf die Kolonien der europäischen Mächte aus und wurde damit auch in Übersee geführt, vor allem in Indien und Nordamerika, wo sich Frankreich und Großbritannien als Kolonialmächte gegenüber standen. In Nordamerika wurde der Krieg Franzosen- und Indianerkrieg genannt. Letztendlich ging Großbritannien neben Preußen als Sieger aus dem Krieg hervor, der jedoch erst 1763 endete und damit schon in die Regierungszeit des nächsten Königs aus dem Haus Hannover fiel: Georg III.

Das Königshaus Hannover und der britische Thron. Die Geschichte. Georg III.

DAS KÖNIGSHAUS HANNOVER UND DER BRITISCHE THRON: GEORG III.

Der dritte König aus dem Haus Hannover war also Georg III., geboren als George William Frederick. Er hat sich in die Erinnerung seiner Landsleute als derjenige König gebrannt, der geistig verwirrt, manche sagen gar geistig umnachtet war. Dazu kam es jedoch erst gegen Ende seiner Regierungszeit und es wurde wohl durch eine Stoffwechselkrankheit verursacht.

 

Eigentlich wäre sein Vater Friedrich Ludwig der nächste König Englands geworden. Er verstarb jedoch bereits vor dem Ableben von Georg II., sodass die Reihe an Georg III. kam, der 1760 den englischen Thron bestieg und bis 1820 das Zepter schwang. Anders als Georg I. und Georg II. war Georg III. der erste englische König aus dem Haus Hannover, der in England geboren und aufgewachsen und dessen Muttersprache Englisch war.

 

Aufgrund seiner Bodenständigkeit und seines Interesses für die Landwirtschaft erhielt er von seinen Untertanen den Spitznamen „Farmer George“. Er war bei seinem Volk beliebt und er wurde als gebürtiger Engländer eben auch als einer der ihren anerkannt.

 

Auch seine Regierungszeit fiel in turbulente Jahre. England ging mit dem Ende des Siebenjährigen Krieges im sogenannten Pariser Frieden 1763 als Sieger hervor und konnte sein Kolonialreich weiter ausdehnen. Das betraf einerseits die französischen Kolonien in Indien, das später die wichtigste Kolonie des britischen Kolonialreiches werden sollte. Es betraf andererseits auch die französischen Kolonien in Nordamerika. Bekanntermaßen kam es mit den Siedlern der bisherigen englischen Kolonien entlang der Ostküste zunehmend zu Auseinandersetzungen und der Unmut der Siedler konnte schließlich nicht mehr gebremst werden, nachdem sich das Mutterland im Versuch, die Staatskassen durch Erhebung von neuen überhöhten Steuern aufzubessern, unnachgiebig gezeigt hatte. So wurden die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet und England verlor mit dem Ende des Unabhängigkeitskrieges 1783 seine Kolonien.

 

Zu den wichtigsten Änderungen im britischen Königreich an der Schwelle zum 19. Jahrhundert, die bis in unsere heutige Zeit hineinreichen, gehörten die Änderungen der Beziehungen zu Irland. Denn mit dem „Act of Union“, der im Jahre 1800 verabschiedet wurde, vereinigten sich beide Länder und der britische Monarch trug ab 1801 den Titel „König des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland“.

 

Nach 1814 wurde mit dem Wiener Kongress übrigens das Kurfürstentum Hannover zum Königreich erhoben, sodass Georg III. gleichzeitig König von Hannover wurde.

Das Königshaus Hannover und der britische Thron. Die Geschichte. Georg IV.

DAS KÖNIGSHAUS HANNOVER UND DER BRITISCHE THRON: GEORG IV.

Der vierte König aus dem Hause Hannover war Georg IV., der bis 1830 über Großbritannien und das inzwischen in seiner Größe beachtlich gewachsene britische Weltreich regierte. Aufgrund der geistigen Krankheit seines Vaters führte der künftige Georg IV. bereits für kurze Zeit ab 1788 und dann ab 1811 mit Verabschiedung des sogenannten „Regency Act“ des Parlaments endgültig als Prinzregent die Geschäfte im Lande. 1821 bestieg er dann selbst den Thron, den er bis 1830 innehatte.

 

Georg IV. war ganz anders als sein bodenständiger, anständig lebender Vater. Vielmehr ist Georg IV. durch seine Prunksucht, seinen verschwenderischen Lebensstil und seine zahlreichen Affären bekannt. Beispielsweise residierte er mit Vorliebe in Brighton und ließ dort den heute so beliebten Royal Pavilion errichten. Dazu gehörte aber auch eine heimliche Heirat mit einer bürgerlichen, zweimal verwitweten Katholikin, die jedoch nicht anerkannt wurde. Bereits als Prinzregent geriet er in finanzielle Nöte und ehelichte beispielsweise Caroline von Braunschweig lediglich, um finanzielle Zuwendungen vom Parlament zu bekommen. Die äußerst unglückliche Ehe dauerte dann auch weniger als ein Jahr. Die zahlreichen Dispute wurden öffentlich in der in England damals bereits sehr freizügig diskutierenden Presse breitgetragen, wobei die Öffentlichkeit sich jedes Mal auf die Seite der Prinzessin bzw. künftigen Königin stellte.

 

Georg IV. hatte jedoch kaum Interesse an den Regierungsgeschäften, die er vielmehr den jeweiligen Premierministern überließ. Stattdessen interessierte er sich für Architektur und Mode. Der Stil, den er begründete, wird Regency-Stil genannt, abgeleitet von der Regentschaft, die er innehatte.

So ließ er den heutigen Buckingham Palace, den seine Eltern noch als Herrenhaus gekauft hatten, sowie die Royal Apartments in Windsor Castle ausbauen und auch wie bereits erwähnt den Royal Pavilion in Brighton errichten. Er förderte und interessierte sich stark für Kunst. Bzgl. der Mode war wohl eine besondere Veränderung, dass während seiner Herrschaftsjahre die gepuderten Perücken außer Mode kamen.

 

Auch in seine Regierungszeit als Prinzregent und später als König Georg IV. fielen viele weltpolitisch wichtigen Ereignisse. Das waren hauptsächlich die Kriege gegen Napoleon, die England in Allianz mit den anderen europäischen Großmächten wie Russland, Preußen, Schweden und dem Habsburger Reich führte und die 1815 in die siegreiche Schlacht bei Waterloo auf heute belgischem Boden mündeten. Innenpolitisch war eine der großen Veränderungen jener Jahre 1829 die Gleichstellung der Katholiken, die bis dato in vielen Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens benachteiligt gewesen waren.

 

Im Jahr 1830 verstarb Georg IV. und mit ihm ging einer der wohl am wenigsten beliebten Könige der englischen Geschichte.

Das Königshaus Hannover und der britische Thron. Die Geschichte. Wilhelm IV.

DAS KÖNIGSHAUS HANNOVER UND DER BRITISCHE THRON: WILHELM IV.

Der letzte König aus dem Haus Hannover war Wilhelm IV., Wilhelm Heinrich bzw. auf Englisch Wilhelm Henry, der jüngere Bruder von Georg IV. und dritter Sohn von Georg III. Die einzige Tochter von Georg IV. war bereits ein Jahr nach ihrer Heirat an den Folgen einer Totgeburt verstorben und auch der zweitälteste Sohn von Georg III. lebte nicht mehr. Und so folgte Wilhelm IV. seinem Bruder mit stattlichen 65 Jahren im Jahr 1830 auf den englischen Thron und regierte das Land sieben Jahre lang.

 

Als drittältester Sohn hatte er eigentlich nur geringe Aussichten auf den Thron gehabt und viele Jahre eine eher glanzlose Karriere zur See bei der englischen Navy verfolgt, bevor er sich 1789 inzwischen zum Rear Admiral befördert, zur Ruhe setzte. Seine rauen Seemannsmanieren legte er aber zeitlebens, selbst als König nicht ab. Als nach dem Ableben Georgs IV. einziger Tochter die Möglichkeit immer mehr zur Gewissheit wurde, dass Wilhelm oder einer seiner Brüder die Thronfolge ihres Bruders antreten würden, begann sich auch Wilhelm nach einer geeigneten Gemahlin umzuschauen und heiratete die gerade mal fünfundzwanzigjährige Prinzessin Adelheid von Sachsen-Meiningen. Während aus der zwanzigjährigen Beziehung zu seiner Mätresse zehn Kinder hervorgingen, gab es aus seiner Ehe keine überlebenden Nachkommen.

 

In die sehr kurze Herrschaftszeit von Wilhelm IV. fielen aber immerhin turbulente Jahre, in der die Regierung den sogenannten Reform Act auf den Weg brachte, den William IV. 1832 unterzeichnete, und der unter anderem eine Wahlrechtsreform enthielt und zu einer Stärkung des Bürgertums auf den Britischen Inseln führte. Aber der Weg zu dieser Reform war holprig: Sogar das Parlament wurde aufgelöst und es kam zu Neuwahlen.

 

Als Wilhelm IV. schließlich im Jahr 1837 verstarb, ging das Zepter an seine Nichte Victoria über, mit der das viktorianische Zeitalter eingeläutet wurde.

 

Für Hannover bedeutete dies übrigens das Ende der Personalunion zwischen England und dem Königreich Hannover. Aufgrund der Gesetzeslage im Königreich konnte eine Frau in Hannover nicht Königin werden. Und so bestieg der jüngere Bruder von Wilhelm IV., Ernst August, 1837 den Thron in Hannover.

Kommentare: 0