Die Briten und der Tee - Das beliebteste Getränk der Nation

Er ist das beliebteste Getränk auf den britischen Inseln schlechthin: der Tee. Weltweit haben die Briten den Ruf einer Teetrinkernation und werden in der Höhe des jährlichen pro-Kopf-Konsums nur von den Iren übertrumpft. Auch wenn heutzutage an vielen Ecken des Landes Cafés aus dem Boden zu schießen scheinen, so ist doch die Beliebtheit des Tees ungebrochen.

 

So kann der Morgen schon mit einer guten Tasse Early Morning Tea beginnen, während in den Unternehmen landesweit Teepausen zum unbedingten Tagesablauf gehören, an denen möglichst nicht gerüttelt werden darf. Nachmittags gibt es dann den Afternoon Tea bzw. den Five-o’clock Tea. Eine ganz so strenge Zeitvorgabe dazu gibt es nicht und nachmittags wird der Tee heutzutage zwischen 14 und 17 Uhr eingenommen. Der Tee wird entweder mit Milch oder mit Zitrone und Zucker getrunken. Traditionell gibt es dazu kleine Sandwiches, Scones mit Konfitüre und Clotted Cream und Gebäck. In Devon und Cornwall werden zu Tee wiederum nur Scones und Clotted Cream gereicht. Das kann also regional variieren. Dabei sind so manche Details bis heute nicht geklärt und werden von den Briten gern diskutiert, ohne jemals zu einem wirklichen Ergebnis zu führen, nämlich was man zuerst in die Tasse gießt: Tee zuerst und dann Milch oder eben genau anders herum. Genauso ist nicht sicher, ob man die Scones erst mit Konfitüre und dann mit Clotted Cream bestreicht oder eben in umgekehrter Reihenfolge.

Cream Tea in England

Die Entwicklung der Briten zu einer Nation so passionierter Teetrinker fand im 17. Jahrhundert seinen Ausgang. Der erste Tee gelangte 1644 durch die Niederländer nach England und wurde in einzelnen, der damals typischen Kaffeehäusern der Insel ausgeschenkt. Schon in diesen Anfangszeiten wurde auf die gesundheitlichen Vorteile des Tees hingewiesen. Bis dahin war auf den britischen Inseln vor allem in den ärmeren Teilen der Gesellschaft nämlich der Konsum von Bier sogar schon früh morgens eine Selbstverständlichkeit. Für die einfachen Leute stellte Bier gar einen festen Bestandteil ihrer Ernährung dar. Wasser war damals aufgrund mangelnder Reinheit nicht so verlässlich, da es schnell zu Krankheiten wie Cholera führen konnte. Als Luxusgetränk galt damals überall im Lande noch der Kaffee. Dies änderte sich nun durch den Tee. So richtigen Aufschwung erhielt der Tee jedoch ab 1662. In diesem Jahr heiratete nämlich Karl II. die portugiesische Prinzessin Katharina von Braganza, die Tee aus ihrer Heimat Portugal kannte und liebte. Nun breitete sich der Tee unter dem britischen Adel aus und es wurde als en vogue angesehen, Tee zu trinken und gehörte einfach zum guten Geschmack. Bald wurde es üblich in Damenzirkeln Tee zu trinken und der Tee breitete sich nun auch im Bürgertum aus und erreichte letztendlich die gesamte Gesellschaft.

 

Anfangs konnten sich jedoch die einfachen Leute Tee nicht leisten, was dem Schmuggel Vorschub leistete und in der einfachen Gesellschaft wurde oft mit gestrecktem Tee Abhilfe geschaffen. Die englische Regierung hatte nämlich erkannt, dass sie durch Tee gut verdienen konnte und hatte nicht nur der Britischen Ostindien Kompanie das Monopol für den Teehandel erteilt, so dass nur sie allein Tee nach Großbritannien importieren durfte. 1676 setzte man unter Karl II. auch gleichzeitig noch eine Teesteuer auf sage und schreibe 119 Prozent fest. Aufgrund der negativen Auswirkungen durch Schmuggel und eben den gestreckten Tee mit seinen gesundheitlichen Nebenwirkungen, reduzierte man unter dem britischen Premierminister William Pitt 1784 die Teesteuer auf vergleichbar erträgliche 12,5 Prozent. Damit wurde dem Schmuggel ein Ende gesetzt und die Qualität des Tees auch in ärmeren Kreisen verbessert.