Elisabeth I. und Bloody Mary

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Bis in die Regierungszeit von Heinrich VIII. war es in England nur den Söhnen des Monarchen vorbehalten, als Nachfolger den Thron zu ersteigen. Doch Heinrichs letzte Frau, Katherine Parr, sorgte noch zu Lebzeiten ihres Gatten für eine Änderung dieses Gesetzes. Ein historischer Schritt! Dies ermöglichte zum ersten Mal in der englischen Geschichte auch den Töchtern eines Monarchen, die Nachfolge anzutreten. Zwar folgte zunächst erst einmal Heinrichs neunjähriger Sohn als Eduard VI. seinem Vater auf den Thron. Als er bereits sechs Jahre später starb, konnte nach einem kurzen Intermezzo Maria Tudor den Thron einnehmen.

 

Maria I. bzw. Mary I. war Heinrichs Tochter aus seiner ersten Ehe mit Katharina von Aragon. Wie ihre Mutter war auch sie Katholikin. Nach den Jahren der Herrschaft unter Heinrich VIII. und seinem Bruch mit Rom versöhnte sie die anglikanische Kirche wieder mit dem Papst und ging mit aller Härte gegen Andersgläubige vor. Diese unnachgiebige grausame Verfolgung von Nicht-Katholiken brachte ihr den Namen „Bloody Mary“ ein. Für das Land zogen turbulente Zeiten auf. Doch auch ihre Herrschaft war wie die ihres Halbbruders nur von kurzer Dauer und sie blieb nur für fünf Jahre auf dem Thron. Kurz vor ihrem Tod bestimmte sie ihre Halbschwester Elisabeth, die Tochter Anne Boleyns und Heinrichs VIII., zu ihrer Nachfolgerin, die dann als Elisabeth I. den Thron bestieg.

Elisabeth I.
Elisabeth I.

Dieser Wechsel an der Spitze des Landes brachte auch einen neuen Kurswechsel in Sachen Religion mit sich, denn Elisabeth selbst war wiederum, wie auch schon ihre Mutter Anne Boleyn, protestantischen Glaubens. Sie ging jedoch anders als ihre Halbschwester vor und bemühte sich, ihr gespaltenes Volk wieder zu einen. In diesem Bestreben reiste sie durch ihr Land, führte eine Kirchenreform durch und war wesentlich offener und nachsichtiger gegenüber Andersgläubigen.

 

Während ihrer 45 Jahre währenden Herrschaft blühte das Land auf. Nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, erlangte England während dieser Zeit außerdem die Vorherrschaft über die Meere. Mit Virginia wurde in Nordamerika die erste englische Kolonie gegründet und damit der Grundstein für das britische Weltreich gelegt. Freibeuterei wurde zum Schlagwort und füllte auch die Kasse der Krone. Elisabeth ließ eine starke Flotte bauen, die zwar beim Angriff der weltberühmten spanischen Armada zahlenmäßig unterlegen, dafür aber viel wendiger war und 1588 den Sieg über die Spanier errang. Francis Drake und Walter Raleigh gehörten zu den bekannten Namen jener Zeit. Aber auch in der Literatur kam es zu neuen Maßstäben mit Englands Poet Nr. 1: William Shakespeare.

 

Bekannt ist auch, dass Elisabeth zeitlebens nicht heiratete, obgleich es nicht an Bewerbern mangelte. Doch ihr Entschluss bedeutete eben auch, dass sie ihre Macht zu einer Zeit, während der eine Königin hinter dem König zurücktreten musste, nicht zu teilen brauchte und sie so die Zügel und damit die Geschicke ihres Landes selbst in der Hand behalten konnte. Einen schwierigen Stand hatte sie ohnehin, denn unter Katholiken, die zu Elisabeths Zeiten immerhin noch die Hälfte der britischen Bevölkerung ausmachten, galt sie als Tochter aus zweiter Ehe, die nicht vom Papst anerkannt wurde, nicht als rechtmäßige Nachfolgerin von Heinrich VIII. Wie erfolgreich ihre Herrschaft war, zeigt sich aber schon allein daran, dass man bis heute vom "elisabethanischen Zeitalter" spricht.

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