ENGLISCHE TELEFONZELLEN

Zu den wohl bekanntesten Wahrzeichen Großbritanniens zählen die roten Telefonzellen, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Straßenbild des Landes prägen. Genau genommen nämlich seit 1924, als Sir Giles Gilbert Scott mit seinem Entwurf einer Telefonzelle einen Designwettbewerb gewann.

 

Dem Vorschlag von Scott entsprechend sollte das Häuschen eigentlich einen silbernen Anstrich erhalten. Doch die britische Post, die damals für das Telefonieren zuständig war, hatte anderes im Sinn. Sie verpasste schon dem ersten Typ der britischen Telefonzelle einen roten Anstrich. Warum? Nun, dadurch würde man die Telefonzelle schon aus der Ferne erkennen können. Ein Argument, das nicht von der Hand zu weisen ist. 

 

So ist die rote Farbe für Telefonzellen in Städten auf den britischen Inseln bis heute  strikt vorgeschrieben. Kleine Orte und Dörfer dürfen von dieser Vorgabe auch schon mal abweichen und einen weißen, gelben, grauen oder grünen Farbton wählen. Auch bei den Alternativen sind also Grenzen gesetzt.

 

Das Aussehen der Telefonzellen, also ihr eigentliches Design, wurde über die Jahre immer wieder etwas verändert und sie erhielten entsprechend unterschiedliche Namen. So folgten den Modellen K1 und K2 weitere Nummerierungen. Der bekannteste Typ wurde im Jahr 1936 anlässlich des Thronjubiläums von König George V. eingeweiht, nämlich die K6. Die Thronbesteigung von Königin Elisabeth brachte eine weitere Veränderung mit sich. Seitdem sind die britischen Telefonzellen im Dach nämlich mit der Krone des Königshauses versehen.

Rote englische Telefonzelle vor der Bibliothek in Lenham in Kent, England.
Typisch Englisch: Die roten Telefonzellen.

Heutzutage sind die roten Telefonzellen jedoch immer weniger zu finden. Ihnen ist das gleiche Schicksal beschieden, wie Telefonzellen andernorts auf der Welt. Mit dem Erfolg der Mobiltelefone werden die Telefonzellen zunehmend kaum noch benutzt. Dadurch rentieren sie sich für die Telefongesellschaften, in Großbritannien also für die British Telecom, immer weniger. Seit 2002 ist die Anzahl der roten Telefonzellen auf den britischen Inseln um fast die Hälfte geschrumpft und inzwischen stehen landesweit laut British Telecom nur noch 51.500 von ihnen.  

 

Um die englischen Telefonzellen jedoch trotzdem zu erhalten wurde 2008 eine Initiative genannt „adopt a kiosk“ ins Leben gerufen. Für den symbolischen Wert von einem Pfund kann man eine alte englische Telefonzelle kaufen. Damit übernimmt gleichzeitig die Patenschaft für das Häuschen, ist also für die Pflege verantwortlich, kann sie aber zu alternativen Zwecken nutzen, denn das Telefon wird durch die British Telecom entfernt.

 

So findet man inzwischen an einigen Orten im Lande rote Telefonzellen, die als Espressobar, als Bücherregal oder Infostand umfunktioniert wurden. Auch in so manchen Gärten oder Privathäusern haben einige der roten Häuschen schon ein neues zu Hause gefunden.

Für Touristen und Englandfans gibt es die roten Telefonzellen oft als Souvenir in Form von Lampen, Sparbüchsen, als Salz- und Pfefferstreuer , in Puzzles und vielem mehr. Eine Auswahl findest du hier:

Englische Telefonzelle als LED-Lampe:

 

Englische Telefonzelle und Briefkasten als Salz- und Pfefferstreuer:

Englische Telefonzelle als Sparbüchse:

 


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