Oliver Cromwell und der Englische Bürgerkrieg

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Obgleich Großbritannien auch heute noch durch ein Königshaus repräsentiert wird, so gab es eine kurze Zeit in der Geschichte des Landes, während der dies nicht so war. Noch bevor die Franzosen sich während der Französischen Revolutionen ihres Monarchen entledigten, taten dies die Engländer, wenngleich es in diesem Fall ganz anders ablief. Anstelle des Königs trat ein Lordprotektor, der die gegnerische Seite überaus erfolgreich im Kampf gegen Karl I. geführt hatte: Oliver Cromwell. Doch wie war es dazu gekommen?

 

Nach dem Ende des Hauses Tudor, das nach Elisabeth I. keinen Nachfolger hatte, kam die Dynastie der Stuarts an die Reihe. Zunächst erklomm Jakob I. den Thron. Er war für seine ausschweifende Lebensweise bekannt, interessierte sich für die Regierungsgeschäfte nur nebensächlich und leerte die Staatskassen. Die Stuart-Monarchie hatte damit zunächst einen schlechten Start. Sein Sohn Karl I., der ihm 1625 auf den Thron folgte, war wiederum das genaue Gegenteil des Vaters und versuchte, die Finanzen zusammenzuhalten. Er war jedoch wie zahlreiche Monarchen in anderen Teilen Europas seiner Zeit ein typischer Vertreter einer absolutistischen Monarchie. Als solcher mochte er seine Macht nicht mit dem Parlament teilen. Ganz so einfach, wie er sich das wünschte, war das jedoch nicht. Das britische Parlament hatte immerhin nach wie vor ein Mitspracherecht auch in steuerlichen Angelegenheiten und hatte damit eine Waffe in der Hand, derer es sich zu bedienen wusste. Durch die rechtlich fragwürdigen Methoden der Besteuerung, zu denen der König griff, wurde er im ganzen Land immer unbeliebter. Seine Auseinandersetzungen mit dem Parlament spitzten sich zu, als er finanzielle Mittel für den 1639 ausgebrochenen Krieg gegen die Schotten benötigte. Schließlich hatte ein großer Teil der Parlamentsmitglieder endgültig genug, als er die Bewilligung von Summen für die Bekämpfung des Aufstandes der katholischen Iren im Jahr 1641 forderte.

Nun standen sich zwei Seiten gegenüber, von denen eine der beiden den König weiterhin unterstützen wollte und die Institution der Monarchie als gottgegeben betrachtete. Die Gegner des Königs wiederum stellten Gott über den Monarchen und traten für die Rechte freier Engländer ein. Auf ebendieser Seite stand Oliver Cromwell. Er war Puritaner und führte seine Seite mit der New Model Army an. Die Königstreuen verpassten ihnen in Anspielung auf die rundlichen Frisuren von Cromwells Soldaten den Namen Roundheads. Cromwell erwies sich als absolutes Talent in der Führung seiner Armee und hatte ein Gespür für die richtige taktische Vorgehensweise im Ausfechten von Schlachten. Obwohl die puritanische Disziplin seiner Soldaten zunächst von der königstreuen Armee belächelt wurde, mussten letztere schließlich aufgeben, denn Cromwell verlor keine einzige seiner Schlachten. Die Auseinandersetzung hatte sich inzwischen zum Englischen Bürgerkrieg ausgeweitet, der das Land wahrlich spaltete, bei dem sich nicht nur Freunde und Nachbarn oft genug feindlich gegenüberstanden, sondern selbst Familienmitglieder gegeneinander kämpften.

 

Letztendlich endete der Englische Bürgerkrieg mit der Hinrichtung Karls I., die vor allem damit begründet wurde, dass er gegen sein eigenes Volk gekämpft hatte. Eine Entscheidung und Begründung von wahrlich historischer Tragweite, nicht nur für Großbritannien selbst, sondern für die ganze Welt, wie sich im kommenden Jahrhundert noch zeigen sollte!

 

Doch damit ist die Geschichte um Oliver Cromwell noch nicht zu Ende. Nach dem Sieg der Roundheads über den König und seine Armee, die Cavaliers, bleibt Oliver Cromwell 1653 an der Spitze der nun entstandenen Republik. Damit ist die Monarchie offiziell abgeschafft – zumindest vorübergehend. Denn Cromwell begeht im gleichen Jahr zum Entsetzen des ganzen Landes den gravierenden Fehler, die Machtbefugnisse komplett an sich zu reisen. Er enthebt gewaltsam das Parlament seines Amtes und setzt sein eigenes handverlesenes Parlament ein. Als er 1658 stirbt, tritt sein Sohn Richard die Nachfolge an. Doch bereits 1660 ruft das Parlament Karl II., den Sohn des hingerichteten Königs, zurück an die Spitze der Macht und richtet die Monarchie wieder her. Denn: In der Monarchie sieht man jetzt, nach den Jahren unter Cromwell, das vergleichsweise kleinere Übel.

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